Große neue Fabrik ernährt kleine neue Kunden

Danone hat mehr als 240 Millionen Euro in eine neue Fabrik in Cuijk (Niederlande) investiert. Durch diese Investition soll die Produktion von hochwertiger Babynahrung für über 100 Länder gesichert werden.  

Gebäudemanager Joost Oosterbroek platzt fast vor Stolz, als er seine Besucher von Glamox durch die Fabrik führt. Kein Wunder, denn in der 8,4 Hektar großen Anlage werden demnächst rund 170 Millionen Portionen Babynahrung pro Jahr hergestellt, wodurch sich der Ausstoß im Vergleich zur früheren Fabrik verdoppeln wird. Eine Führung durch die Gebäude offenbart hochmoderne Produktionstechnik, energieeffiziente und emissionsarme Lösungen und nicht zuletzt einen starken Fokus auf Hygiene und Sauberkeit.Wenn Sie meinen, Babynahrung sei ein generisches Erzeugnis, sollten Sie noch einmal nachdenken. Die für die Babymilchformel verwendeten Rohmaterialien, Nebenprodukte aus der Käseherstellung, pflanzliche Öle und eine große Palette an Mikrozutaten, können zur Herstellung einer nahezu endlosen Vielfalt an Rezepten verwendet werden. Rezepte, die auch Babys mit besonderen Bedürfnissen wie Frühgeborene und Babys mit Allergien helfen können. Hinzu kommt, dass die Vorlieben beim Nährstoffgehalt von Land zu Land variieren. Die neue Produktionsanlage muss also in der Lage sein, eine große Bandbreite an verschiedenen Produkten zu erzeugen.„Das internationale F&E-Zentrum Nutricia Research von Danone befindet sich in Utrecht und kooperiert mit Forschern von den Universitäten in Utrecht, Groningen, Wageningen und Amsterdam, um die besten Rezepte zu formulieren“, erklärt Oosterbroek. 

Rationierung durch extreme Nachfrage aus China 

Eines der Länder mit einer besonders hohen Nachfrage nach Babynahrung ist China. Ein Skandal bei der Lebensmittelsicherheit führte 2008 zu schweren Gesundheitsproblemen bei über 60.000 Kindern im Alter unter drei Jahren. In der Folge entschieden sich chinesische Eltern zunehmend für Babynahrung von europäischen und US-amerikanischen Herstellern. Jahrelang zwang die chinesische Nachfrage nach diesen Produkten niederländische Supermärkte und Drogerien, die Anzahl der an Einzelkunden verkaufte Babynahrungsartikel zu begrenzen. In der Regel durften nur ein oder zwei Dosen Babymilch pro Kunde verkauft werden. Mit der neuen Fabrik in Cuijk wollte Danone die große Nachfrage in China erfüllen. Die Fabrik wird aber auch mehr als 100 weitere Länder versorgen. Und dabei werden in puncto Lebensmittelsicherheit keine Kompromisse gemacht. Ein Beleg hierfür sind die über 50 Mitarbeiter, die sich mit der Qualitätskontrolle beschäftigen. Weitere gute Beispiele sind die Verpackungsstraßen, auf denen jede Dose Babynahrung geröntgt wird, um Verunreinigungen zu verhindern, sowie die strengen Abläufe, mit denen sichergestellt werden soll, dass alle Dosen in Inhalt, Farbe und Zusammensetzung gleich sind.

Die Tanks werden für das Vermischen von Rohwaren verwendet. Tanks und Rohrleitungen werden regelmäßig mit heißem Wasser unter Hochdruck gereinigt. 

Die Halle wird mit MIR-Produkten von Glamox beleuchtet.

„Eine saubere Fabrik beginnt mit guter Beleuchtung“

Ein Rundgang durch die Fabrik kann mehrere Stunden beanspruchen. Das liegt an der schieren Größe der Anlage, aber auch an den erforderlichen Hygienemaßnahmen, um Zutritt zu verschiedenen Reinraum-Produktionsbereichen zu bekommen. Da der Mensch eine große Quelle für Kontaminationen ist, müssen die Mitarbeiter von Kopf bis Fuß Hygienekleidung tragen und die Hände gründlich sterilisieren. Besucher können nur von den Besucherfluren außerhalb des Reinraums in die Produktionsanlage hineinblicken.Nach Aussage von Oosterbroek spielt die Beleuchtung eine wichtige Rolle dabei, um die Fabrik hygienisch und sauber zu halten.„Eine saubere Fabrik beginnt mit guter Beleuchtung“, sagt er. „Alle Oberflächen müssen so sauber wie möglich gehalten werden. Meine Erfahrung ist, dass Bereiche, die nicht sachgemäß beleuchtet sind, bei der Reinigung leicht übersehen werden.“   Dies ist einer der Gründe, weshalb Danone darauf bestand, in der gesamten Fabrik eine hohe Beleuchtungsstärke aufrechtzuerhalten. Es war auch eine Selbstverständlichkeit, energieeffiziente LED-Produkte zu nehmen. Einige der Leuchten wurden auch angepasst, um die strengen Hygieneanforderungen zu erfüllen.  „Wir begannen Anfang 2016 mit der grundlegenden Planung des Projekts“, so Oosterbroek. „Wir wandten uns an mehrere Beleuchtungsanbieter, entschieden uns aber für Glamox, weil uns die Qualität der Produkte und die Kompetenz des Vertriebsteams und des technischen Teams überzeugt hat.“

Die Lichtdesignerin Miriam de Rover von Glamox führte mehr als 900 3D-Lichtberechnungen für das Danone-Projekt durch.

Ein engagiertes Team

Ein komplexes Großprojekt wie die neue Danone-Fabrik verlangt oft ungewöhnliche Denkweisen und maßgeschneiderte Lösungen. Ein engagiertes Team von Glamox hat hart gearbeitet, um Lösungen für einige projektspezifische Herausforderungen zu finden und eine gelungene Beleuchtung bereitzustellen.

Alles in allem hat Glamox über 5.000 Leuchten für Danone geliefert. Darüber hinaus verwendete das Team viele Arbeitsstunden für die individuelle Anpassung der Produkte und Lösungen für den Kunden. Ein Beispiel ist die große Anzahl an Lichtberechnungen, die Glamox bereitstellte. Um den erforderliche Sauberkeitsgrad zu erreichen, verlangte Danone eine Beleuchtungsstärke, die über dem für Fabriken üblichen Level lag. Die Idee ist, ausreichend Licht in allen Ecken bereitzustellen, um den Prozess der visuellen Inspektion zu erleichtern. Damit Danone dieses Ziel erreicht, hat Glamox mehr als 900 3D-Lichtberechnungen durchgeführt, die praktisch jeden Quadratzentimeter der Fabrik abdecken.

Angepasste Produkte

In einer Fabrik, die buchstäblich Pulver herstellt, kann die Sauberhaltung der Oberflächen eine große Herausforderung darstellen. Für die besonders sensiblen Bereiche hat Danone die Industrieleuchte i35 und die Reinraumleuchte C60-S ausgewählt. Die i35 ist eine Leuchte mit Schutzklasse IP65, die speziell für die strengen Vorgaben in der Lebensmittelindustrie ausgelegt ist. Eine sorgfältige Materialauswahl ist entscheidend für die Lebensdauer des Produkts. Daher ist die i35 aus säurefestem Stahl (AISI 316) hergestellt, einem korrosions- und chemikalienbeständigen Material, das die Korrosionsschutzklasse C5-M erfüllt. Weil Danone wollte, dass sich an den zur Befestigung der Leuchten verwendeten Schrauben kein Staub ansammelt, bot Glamox eine maßgeschneiderte Version mit versenkten Schrauben. Die C60-S ist nach den strengsten ISO-Reinraumanforderungen geprüft und zertifiziert. Mit ihrer ausgezeichneten Lichttechnik und einer sorgfältigen Materialwahl ist die C60-S äußerst wartungsarm und besitzt eine lange Lebensdauer. An einigen Stellen wollte Danone die C60-S lieber an der Wand als an der Decke montieren. Dies würde normalerweise eine horizontale Fläche schaffen, auf der sich Staub ansammeln kann. Um dies zu verhindern, entwickelte Glamox eine maßgeschneiderte Version der Leuchte mit abgeschrägten Seiten.